10. Oktober 2018

Godet-Rock aus Cord

Ja, ich liebe lange Röcke und ich liebe Cord. Das ist ein Stoff der gerade in den kalten Jahreszeiten einfach nur toll zu tragen ist. 
Das Projekt begann damit das ich erstmal einen komplett neuen Schnitt erstellen musste. In der Regel ändere ich gerne bestehende Schnitte ab. Aber weder unter meinen alten noch unter den gekauften Schnitten hatte ich was Grundschnitt taugliches zum abändern.... und was gleich passendes schon dreimal nicht.


Also erstmal Papier, Bleistift, Massband und alle möglichen Arten von Linealen gezückt... Ich war erstaunt was ich noch alles wusste zum Thema Grundschnitt zeichnen und Ableitungen.

Entstanden ist am Ende ein neues Lieblingsstück für den historisierenden Alltag aus einem traumhaften Dunkelvioletten Babycord.



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7. Oktober 2018

Pullover aus Resten

Vor vielen Jahren sah ich zwei Reststücke Lindgrünen Frottee im Stoffladen... natürlich musste ich die mitnehmen. Zudem Zeitpunkt wollte ich auch schon ein Pulli draus machen.... aber... der Stoff wurde erst mal eingelagert.
Gut Abgelagert fiel er mir Anfang Jahr wieder in die Hände und wurde jetzt doch endlich verarbeitet. Das Problem war nur die beiden Reststücke hatten mit je ca. 50cm doofe Längen für ein Oberteil... ich mag kein Bauchfrei...
Beim durchwühlen der Stoffkisten fand ich ein kleiner Rest alte Spitze. Es hätte nicht weniger sein dürfen... die Spitze reichte genau für das was ich mit ihr vor hatte.


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Entstanden ist nun ein kuschlig warmer Pulli für die Übergangszeit.

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1. April 2018

historisierend im Alltag

Jeder brauch Alltagskleidung, nur ist es schwierig das, was ich gern ein Alltag tragen möchte, irgendwo zu kriegen... also selber machen.
Hier ein historisch angehauchtes Ensemble aus Rock und Weste welches ich mir genäht habe für die kältere Jahreszeit. Der Stoff ist ein Baumwolle-Corde und super warm. Der Rock wird in der Tallie getragen, Vorne ist er Knöchel-, Hinten Bodenlang. Das Westchen hab ich gefüttert.


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17. März 2018

Patchwork für Deko

Vor Weihnachten hatte ich einen "Nähwahn". Ich musste einfach werkeln... produzieren... basteln.. pfriemeln.
Dabei sind mehrer Patchwork-Deckchen zum dekorieren entstanden. Sie sehen toll aus als Unterleger von Kerzen oder Blumen. Einige davon haben, als Weihnachtsgeschenke, in engeren Umfeld ein neues Zuhause gefunden.

Die Namen sind eher Winterlich inspiriert und jedes Thema hat mindestens zwei Ausführungen.

... Mittwinter ...

... Rauhnacht...


... Schneenacht...


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14. März 2018

8 Stunden Reitertunika

Nähen ist kreatives Arbeiten für Kopf und Hände und braucht Muse und Zeit... all das kam mir in letzter Zeit abhanden.
Es stehen dies Jahr noch soviel Nähprojekte (Unikate mit Anlehnung an historisches) an, welche man nicht einfach so mal schnell, schnell machen kann. Entwürfe zeichnen, Schnittmuster erstellen... zum Probe nähen aus billig Stoffen war ich schon immer zu faul, werd ich auch zukünftig nur in absoluten Härtefällen tun... zuschneiden und nähen erfordern ihrer Zeit.
... ach hab das Auftrennen vergessen ... *gg*
Darum wohl eher erstaunlich das ich tatsächlich in einem Tag mir meine Reiter Tunika genäht habe.


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Sie besteht aus schwerem weissen Leinen.... darum auch die Knitter. Das Stück lässt sich nur ungern bügeln.. und mag wohl auch nicht an der Puppe hängen.. hie hängt sie sehr bockig... *gg*
Genäht ist sie mit der Maschine, Ärmel und Ausschnitt ohne sichtbare Nähte eingefasst und vier-fach Geschlitzt für mehr beweglichkeit auf dem Pferd.

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27. Januar 2018

Mittelalterkleidung ist nicht Sexy...

... wirklich? Und warum nicht?



Diese Feststellung las ich kürzlich von einem Herrn. Warum stuft der die Kleidung des Mittelalters als nicht sexy ein? Was ist den sexy? 

Wir leben ich einer Welt wo überall das Thema Sex(y) und Erotik Vorherrscht, für uns ist das normal geworden. Immer wird versucht noch ne Schippe draufzulegen, das wir es überhaubt noch wahrnehmen. Nur was ist Modetechnisch sexy? Ich denke der Herr stuft vor allem die aktuelle, sehr körperbetonte Kleidung als sexy ein. Klar zeigt die Mode bei uns Damen wesentlich mehr als sie verhüllt. Da erscheinen Rundungen prall und knackig in engen Hosen, und Ausschnitte lassen mehr Einblick zu als manches Fenster beim Nachbar. Aber Hand aufs Herz, nicht jeder kann die besagte Mode auch wirklich tragen und ebenso schnell kann solche Kleidung auch billig wirken... ist das den immer noch sexy?



Ich glaub auch das der Urheber der Aussage sich nicht wirklich mit der Sozial- und Modegeschichtlichen Seite des Mittelalters befasst hat und das ein "moderner" Mann, der viel Haut gewohnt ist, nicht wirklich angetan ist von den Massen an Stoffen der Historischen Mode. 

Im Mittelalter gab es Kleidungsvorschriften, welche ganz klar regelten was man tragen darf. Sittsamkeit und Tugendhaftigkeit waren damals Schlagworte. Auch hatte Kleidung vor allem praktische Aspekte zu erfüllen. So einfach wie heut kam man nicht an Kleidung ran. Entweder man konnte selber spinnen, weben und nähen, oder man hatte genügend Geld sich Stoffe zu kaufen und einen Schneider zu bezahlen. Zudem war das Schneiderhandwerk und die zur verfügungssehenden Techniken damals auch noch nicht so "ausgefeilt" wie heute. Auch waren gewisse Farben und Stoffe nur bestimmtem Schichten vorenthalten. Kleidung, gerade solche aus viel Stoff, waren Statussymbole. Damit zeigte man was man hatte.. also materiell... nicht Kurventechnisch. 



Will ich den als Frau überhaupt mit meiner Kleidung die Begehrlichkeit alle Männer wecken... also ich nicht, mir reicht es meinem Partner zu gefallen. Klar unterlagen die Damen des Mittelalters den Sittlichen Zwängen ihrer Zeit, aber ich denke sie haben das beste daraus gemacht. 
Ich hab bewust hier Bilder des Codex Manesse gewählt weil ich denke die Mode war doch sexy. Die Bilder sagen oft mehr aus als man auf den ersten Blick sieht. Nicht die Verpackung macht den Sexappeal aus, sondern das wie man sich darin bewegt. Versteckte Erotik, Bewegungen, Gesten... das spiel mit der Weiblichkeit... Es entwickelte sich etwas was in späteren Jahrhunderten zur Perfektion auflief, das kokettieren. Leider ist dies Kunst fast zur gänze aus der Gesellschaft verschwunden.


Des Pudels Kern für mich: nicht was man trägt macht den Reiz sonder wie man es trägt. Ob ein wallendes Mittelalter Kleid, Viktorianisch hochgeschlossen oder moderne Mode, man sollte als Frau noch die Fantasie der Männer anregen können ohne gleich alle Karten offen auf den Tisch legen zu müssen.
*lach* ok, ich gestehe sass auch ich bei 10 Unterröcken wahrscheinlich die Lust verlieren würde... aber das gab es ja erst in späteren Epochen...



Quelle der Bilder: Codex Manesse, Digitale Universität Bibliothek Heidelberg 

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